28.06.2007:
Studie: Elefanten können rennen Elefanten können entgegen bisheriger Annahmen nicht nur traben, sondern auch rennen. So zeigen Beobachtungen von Elefanten aus britischen Zoos, dass die Tiere auf die doppelte ihrer normalen Laufgeschwindigkeit beschleunigen und dabei ihre Gangart ändern können. Als wären Sprungfedern an ihren Hinterfüßen befestigt, treiben sie so ihren schweren Körper vorwärts. Nach Ansicht der Wissenschaftler um John Hutchinson vom Royal Veterinary College in London lasse sich diese ungewöhnliche Fortbewegungsart als Rennen einordnen, berichtet der Onlinedienst des Fachmagazins «Nature» (DOI:10.1038/news070625-6). Aktuelle Nachrichten - London (ddp). Elefanten können entgegen bisheriger Annahmen nicht nur traben, sondern auch rennen. So zeigen Beobachtungen von Elefanten aus britischen Zoos, dass die Tiere auf die doppelte ihrer normalen Laufgeschwindigkeit beschleunigen und dabei ihre Gangart ändern können. Als wären Sprungfedern an ihren Hinterfüßen befestigt, treiben sie so ihren schweren Körper vorwärts. Nach Ansicht der Wissenschaftler um John Hutchinson vom Royal Veterinary College in London lasse sich diese ungewöhnliche Fortbewegungsart als Rennen einordnen, berichtet der Onlinedienst des Fachmagazins «Nature» (DOI:10.1038/news070625-6). Bereits in früheren Experimenten in Thailand konnten Hutchinson und seine Kollegen zeigen, dass Elefanten sehr schnell laufen können. Die Tiere konnten sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 24 Kilometern pro Stunde bewegen. Die Wissenschaftler untersuchten damals allerdings vor allem die Höchstgeschwindigkeiten und weniger die Art und Weise, wie sich Elefanten beim Rennen fortbewegen. «Das Rätsel bestand stets darin, mit welcher Geschwindigkeit die Elefanten ihre Gangart ändern, also wann sie von schnellem Laufen in richtiges Rennen übergehen», erklärt Hutchinson. Nun beobachtete das Forscherteam um Hutchinson fünf Elefanten aus britischen Tierparks, an denen sie jeweils zwei Bewegungssensoren an ihren Füßen und zwei Sensoren an ihrem Rücken befestigten. Dabei trotteten die Dickhäuter nicht nur gemütlich umher, sondern wurden auch durch kleine Leckerbissen und von ihren Pflegern so angetrieben, dass sie die Strecke entlangrannten. Dabei erreichten die Elefanten eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 13 Kilometern pro Stunde, was darauf hindeute, dass die Tiere nicht so trainiert waren wie ihre thailändischen Artgenossen aus der früheren Studie, schreiben die Forscher. Die Elefanten beginnen bei einem relativ niedrigem Tempo von etwa acht Kilometern pro Stunde zu Rennen, zeigen sich die Biologen überrascht. Sie vermuten nun, dass viele große Säugetiere wie etwa Nashörner bereits bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten ihre Gangart ändern. Möglicherweise versuchen die Tiere auf diese Weise, ihre Balance beizubehalten und die Knochen und Muskeln zu schonen, vermuten die Wissenschaftler. Hutchinson und seine Kollegen planen nun weitere Untersuchungen, um mehr über die Fortbewegung der Dickhäuter herauszufinden. «Denn womöglich besitzen Elefanten mehr als nur zwei Gangarten», sagt Hutchinson. ddp/wde/kge
http://www.ad-hoc-news.de/Marktberichte/de/12280860/Studie-Elefanten-k%F6nnen-rennen
Neuste Erkenntnise über Elefanten: 26.10.2005 - Biologie Elefanten mit Sinn für Tote Die Dickhäuter erkennen die Stoßzähne und Knochen toter Artgenossen Elefanten haben einen Bezug zu den Knochen toter Artgenossen. Sie schenken Schädeln oder dem Elfenbein toter Elefanten viel mehr Aufmerksamkeit als den Überresten von Büffeln oder Nashörnern. Das haben britische Wissenschaftler in Versuchen mit Elefanten im kenianischen Amboseli-Nationalpark gezeigt. Die Wissenschaftler um Karen McComb von der Universität von Sussex in Brighton konnten damit erstmals wissenschaftlich die eher anekdotischen Berichte bestätigen, nach denen manche Elefanten immer wieder zu den Überresten ihrer Artgenossen zurückkehren. In vielen Erzählungen aus Afrika tauchen Berichte über Elefanten auf, die zu den Orten zurückkehren, wo ihre Verwandten oder Artgenossen zu Tode gekommen sind. Auch der Schriftsteller Ernest Hemingway hat in seinem Buch "Der Garten Eden" ein solches Motiv aufgenommen. Systematisch untersucht hat bislang jedoch noch kein Wissenschaftler dieses Verhalten der Großtiere, die über ein gutes Erinnerungsvermögen verfügen und ein sehr ausgeprägtes Sozialleben entwickelt haben. In ihrem ersten Test ließen McComb und ihre Kollegen 19 verschiedene Elefantengruppen auf einen Elefantenschädel, ein Stück Elfenbein und ein Stück Holz treffen und beobachteten, wie lange sich die Tiere damit beschäftigten. Hier gaben die Elefanten klar dem Elfenbein den Vorzug und berochen und betasteten es deutlich länger mit ihren Rüsseln und Füßen als das Holz oder den Schädel. Im zweiten Experiment hatten die Dickhäuter die Wahl zwischen den Schädeln eines Elefanten, eines Nashorns und eines Büffels. Dabei befassten sie sich fast doppelt so lange mit den Überresten ihres Artgenossen, beobachteten die Forscher. Im dritten Experiment schließlich wurden die Tiere mit dem Schädel eines unbekannten Elefanten und dem der ehemaligen Leitkuh ihrer Gruppe konfrontiert, die ein bis fünf Jahre zuvor zu Tode gekommen war. Hier konnten die Tiere nicht zwischen den Überresten ihrer Verwandten und denen eines fremden Tieres unterscheiden und hielten sich an beiden Schädeln nahezu gleich lang auf. Elefanten erkennen tatsächlich im Elfenbein oder den Knochen die Überreste einst lebender Artgenossen, erklären die Wissenschaftler diese Beobachtungen. Das unterscheidet Elefanten von fast allen anderen Tierarten. Dass Elefanten ganz gezielt zu den Todesorten speziell ihrer Verwandten und Vorfahren zurückkehren, können die Forscher allerdings nicht bestätigen: Sie bewegten sich ohnehin häufig auf alten, bekannten Wegen, was sie zwangsläufig auch zu den Sterbeorten ihrer Vorfahren führt. Generell ausschließen wollen McComb und ihre Kollegen das Phänomen dennoch nicht: Es könne durchaus sein, dass die Tiere ihre Verwandten am Geruch oder an der Form der Stoßzähne auch nach einer gewissen Zeit noch wiedererkennen, schreiben die Wissenschaftler. Berichte über so genannte Elefantenfriedhöfe, die gezielt zum Sterben aufgesucht und von lebenden Tieren regelmäßig besucht werden, verweisen die Forscher jedoch ins Reich der Mythen.
Karen McComb (Universität von Sussex in Brighton) et al.: Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, doi10.1098/rsbl.2005.0400)
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald